Geschichte des Bezirks Kadıköy/İstanbul bis 1950

Kadıköy liegt auf der asiatischen Seite Istanbul am Bosporus und Marmarameer. Lange Zeit war es eine recht überschaubare Ansiedlung und galt fast schon als Provinz. Heute ist es ein moderner großstädtischer Bezirk Istanbuls.

Seine Anfänge als Kolonie Kalchedon, später Chalkedon, gehen auf 675 v.Chr. zurück, Istanbul wurde erst 15 bis 20 Jahre später gegründet. seit 1350 gehört es zum osmanischen Territorium. Aufgrund der Schenkung an den Richter Hıdır Bey (Kadi) von Sultan Mehmed erhält es den heutigen Namen Kadıköy (Richtersdorf).

Bis zum 18. Jahrhundert bleibt Kadıköy hauptsächlich Sommerresidenz für reiche Griechen im Osmanischen Reich. Später siedeln sich Europäer (Levantiner) sowie hohe Verwaltungsbeamte, Mitglieder des Palastpersonals, Militärangehörige und wohlhabende Bevölkerungsschichten an und lassen Villen, Landhäuser und Schlösschen in klassischer osmanischer Architektur errichten.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg gewinnt Kadıköy durch den Bau des Haydarpaşa-Bahnhofs, unterstützt durch den befreundeten deutschen Kaiser Wilhelm II., auch militärisch und wirtschaftlich an Bedeutung. Heute ist der Bahnhof ein Wahrzeichen Kadıköys und stellt die Verbindung zwischen den verschiedenen Ortsteilen bis zu den östlichen Außenbezirken Kartal und Maltepe her.

In der späten Phase des Osmanischen Reichs wächst die Stadt um weitere Wohngebiete wie Kızıltoprak, Fenerbahçe, Göztepe, Erenköy und Suadiye. Nach dem Zerfall des osmanischen Vielvölkerreichs Ende des Ersten Weltkriegs bleibt die Bosporus-Region bis 1922 von den siegreichen Alliierten besetzt. Im Anschluss an die Befreiung und nachfolgend die Gründung der Republik Türkei wird Kadıköy ein Stadtbezirk Istanbuls.

Allmählich, ab 1945 regenerierte sich die soziale und wirtschaftliche Lage Istanbul/Kadıköys . Es entstehen Krankenhäusern, Schulen, kulturelle Einrichtungen wie Theater und Kinos, Hotel und Restaurants.

 
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